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Tietze-Syndrom / Brustkorbschmerzen

Definition

Bei dem Tietze-Syndrom (lat. Chondropathia tuberosa oder auch Chondroosteopathia costalis) handelt es sich um eine relativ seltene, jedoch extrem druckschmerzhafte Schwellung unklarer Ursache, die meist im Bereich des Brustbeinansatzes der 2. oder 3. Rippe beider Körperseiten auftritt. Doppelseitige Beschwerden sind jedoch ehr selten, so dass meist nur eine Körperseite betroffen ist. Es gibt in der Regel keine Hinweise auf eine typische, örtliche Entzündung. Erstmalig beschrieben wurde diese Erkrankung von dem Arzt Dr. Alexander Tietze (1864 – 1927).

Sogar bei Kindern ist ein Vorkommen möglich. Eine häufige Ursache für vergleichbare Brustwandschmerzen stellen auch muskuloskelettale Brustwandschmerzen dar, die hiervon wegen einer anderen Bhandlungsmethode abgegrenzt werden müssen. Auch müssen Herzbeschwerden hiervon unterschieden werden. Das sog. kostosternale Syndrom oder auch die Kostochondritis verursacht vergleichbare Schmerzen, jedoch keine Schwellung, Rötung oder Überwärmung – auch diese Erkrankung muss somit vom Tietze-Syndrom unterschieden werden.

Es gibt sogar Einzelfallberichte, in denen Krebserkrankungen oder auch Tuberkulose die Ursache für die beklagten Schmerzen darstellten. Demzufolge müssen auch diese schweren Erkrankungen vom Tietze-Syndrom unterschieden werden, welches letztendlich erfreulicherweise keine Lebensgefahr birgt, die Lebensqualität jedoch massiv beeinträchtigen kann.

Ohne wirksame Behandlung entwickelt sich in der Regel ein zunehmend stärkeres und schmerzhafteres Beschwerdebild mit zügiger Chronifizierung, wobei wir in diesem Zusammenhang oft auch schmerzbedingte Depressionen und beschwerdebedingte Stimmungeschwankungen beobachen konnten. Eine zunehmende Chronifizierung verstärkt das Beschwerdebild zunehmend weiter, so dass die Schmerzen immer stärker, immer ausgedehnter und auch immer andauernder auftreten. So wird eine erfolgreiche Schmerzbehandlung im ambulanten Bereich immer schwieriger und schließlich weitestgehend unmöglich.

Eine typische Behandlung, die immer Schmerzfreiheit erbringt, gibt es nicht. Es ist aus diesem Grunde sehr wichtig, eine möglichst frühzeitige Behandlung durchzuführen, um einer Chronifizierung und hiermit einhergehenden zunehmenden Schmerzverstärkung vorzugreifen.

Die alleinige Behandlung mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAID´s) ist in der Regel nicht erfolgversprechend, da einerseits ja auch keine Entzündung vorliegt und andererseits sich die Medikamente nach der Einnahme im ganzen Körper verteilen und deswegen eher wenig Wirkstoff an die schmerzhaften Areale gelangt. Andererseits wird jedoch eine hohe Medikamenteneinnahme ebenfalls nicht gut vertragen, so dass somit im ambulanten Bereich nurmehr eine sehr schwierige Behandelbarkeit dieses Schmerzes besteht.

Wir haben im Gegenzug hierzu sehr gute Erfolge mit einer gut verträglichen örtlichen Behandlung mittels Lokalanästhetika (z. B. Bupivacain, Lidocain) erzielen können, wobei in der Regel eine serielle Behandlung mit verschiedenen, erfolgreich wirksamen Therapiemaßnahmen typischerweise auch anhaltende Schmerzbesserungen verursachen kann (interdisziplinär, multimodale spezielle Schmerztherapie). Bleibende Beeinträchtigungen sind nach einer erfolgreichen Schmerzbehandlung typischerweise nicht mehr zu erwarten, so dass letztendlich das wichtigste eine rechtzeitige und vor allem auch korrekte Behandlung zur Erzielung eines bleibenden Erfolges wichtig ist.

Nachfolgend finden Sie Behandlungsangebote, die in Abstimmung mit Ihnen zu Ihrem persönlichen Therapiekonzept zusammengestellt werden.